Lauréats 2015
Cartooning for Peace
Medienpreis
Cartooning For Peace / Dessins pour la paix
Die Organisation „Cartooning for Peace” vereint internationale Pressekarikaturisten und veranstaltet weltweit zahlreiche Ausstellungen und Dialogveranstaltungen. Mit dem Deutsch-Französischen Medienpreis wird insbesondere ihr Einsatz für die Pressefreiheit und den Respekt vor Andersdenkenden ausgezeichnet. Die Karikaturisten von „Cartooning for Peace“ machen mit spitzer Feder deutlich, dass die Achtung der Menschenwürde ein universelles Recht ist, unabhängig von der Religionszugehörigkeit und sonstigen kulturellen Unterschieden. Die Vergabe des Deutsch-Französischen Medienpreises an „Cartooning for Peace“ soll auch ein Signal und eine Ermutigung an alle Journalisten und Zeichner sein, sich nicht einschüchtern zu lassen.
Raif Badawi (© Privé)
Sonderpreis
Raif Badawi
Die Mitglieder des Deutsch-Französischen Journalistenpreises haben entschieden, in diesem Jahr einen außerordentlichen Sonderpreis an den saudi-arabischen Blogger Raif Badawi zu vergeben. Sie wollen auf diese Weise die weltweiten Bemühungen um eine Freilassung des 31-jährigen Internetaktivisten unterstützen, der wegen der Forderung nach einer gesellschaftlichen Liberalisierung zu zehn Jahren Haft, 1000 Stockschlägen und einer Geldstrafe in Höhe von 200.000 € verurteilt worden. Die Vollstreckung der ersten 50 Stockhiebe überlebte Badawi nur mit schwersten Verletzungen.
Andreas Pichler (© Privé)
Kategorie Video
Andreas Pichler
ARTE
Der Videopreis geht an Andreas Pichler für „Ausverkauf Europa“.

Der Dokumentarfilm überzeugt aufgrund seines brisanten und bisher weitgehend vernachlässigten Themas und seiner spielerischen und persönlichen Herangehensweise. Der Südtiroler Autor erzählt seine Geschichte bildstark und mit beeindruckenden Beispielen. Der Film betrifft alle Europäer und regt die Zuschauer zum Nachdenken an.

Hans Woller (© Privé)
Kategorie Audio
Hans Woller
Deutschlandfunk
Mit dem Audiopreis wird Hans Woller „Tea-Party in Frankreich" ausgezeichnet, gesendet auf Deutschlandfunk.

Das Feature wirft einen verstörenden Blick auf die zunehmenden Brüche in der französischen Gesellschaft und beschreibt dabei die Homoehe als Symbol einer zunehmen Spaltung. Es zeigt die ganze Bandbreite der Diskussion und bietet damit dem Hörer die Chance, sich mit allen Akteuren und Facetten des Konflikts auseinanderzusetzen und die eigenen Werte zu überprüfen.

Ina Henrichs (© Privé)
Kategorie Textbeitrag
Ina Henrichs
Magazin des Kölner Stadt-Anzeigers
Der Preis in der Kategorie Textbeitrag wird an Ina Henrichs für Ihren Beitrag „Wo geht’s hier nach Frankreich?“ im Magazin des Kölner Stadt-Anzeigers verliehen.

Die Autorin porträtiert geschickt und ohne Klischees Franzosen, die Deutschland lieben und dort leben. Anders als die klassische Berichterstattung findet sie einen bisher wenig bekannten Ansatz, der auch durch den frischen Schreibstil sehr lesernah ist - eine willkommene Abwechslung zu den derzeitigen, giftigen Zwischenrufen, die ein Zerrbild der deutsch-französischen Beziehungen zeichnen.

Marcus Bensmann (© Privé)
David Crawford (© Privé)
Kategorie Multimedia
Marcus Bensmann / David Crawford
In der Kategorie Multimedia geht der Preis an Marcus Bensmann und Davis Crawford für das Webangebot „mh17.correctiv.org".

Durch aufwändige Recherchen ist es den Autoren gelungen, den mutmaßlichen Abschuss des Passagierflugzeugs zu rekonstruieren. Sie haben vorhandene Hinweise aus verschiedenen Quellen mit den Fakten vor Ort abgeglichen und verifiziert. Multimediale Elemente wurden sinnvoll eingesetzt, um eine interessante Geschichte plausibel zu erzählen.
Änne Seidel (© DLR/Bettina Fürst-Fastré)
Markus Dichmann (© DLR/Bettina Fürst-Fastré)
Nachwuchspreis - gestiftet vom Deutsch-Französischen Jugendwerk
Änne Seidel / Markus Dichmann
Deutschlandfunk
Der Nachwuchspreis, gestiftet vom Deutsch-Französischen Jugendwerk, wird verliehen an Änne Seidel und Markus Dichmann für „Wo Bilder von Freund und Feind verschwimmen“ gesendet auf Deutschlandfunk.

Die inhaltlich dichte, tief gehende Reportage stellt auf lebendige und erfrischende Weise das jüdische Leben im Elsass in all seinen Facetten dar. Der Blick in die lange Geschichte der Juden in dieser Region dient dabei als Folie für den Blick auf das schwierige Jetzt. Den Autoren gelingt, dank sorgfältiger Recherche, ein stimmiges Werk ohne Klischees.